Ausland

Als meine Familie in die Vereinigten Staaten auswanderte, konnte ich als junges Mädchen nur Deutsch sprechen. Ich bin gerade mit der 4. Klasse fertig geworden und habe nur als Hobbie einmal in der Woche Englischunterricht genommen. Erst ab der 5. Klasse wurde zu meiner Zeit Englisch in der Schule unterrichtet, also konnte ich nur „Hallo“, „Mein Name ist Stefanie“ und „Ich bin 10 Jahre alt“ und „Möchtest du spielen?“ sagen.

 

Es war eine aufregende Zeit, die ersten Tage in USA waren wie Urlaub: tropisches Wetter, neue Umgebung und interessantes Essen. Doch am ersten Tag in der Schule wurde mir erst richtig bewusst, dass ich nicht im Urlaub bin und hier bleiben werde. Die ersten Wochen habe ich sehr wenig verstanden, ich konnte die Schulaufgaben nicht machen und tat es mir schwer neue Freundschaften zu knüpfen, da ich mich nicht verständigen konnte. Ich fühlte mich oft einsam und hatte das Gefühl ich würde die Leute nie verstehen. Ich hatte auch Angst, dass ich die 5. Klasse wiederholen müsse.

 

Im ersten Jahr bekam ich sehr viel Englischunterricht. Jede Woche ging ich auf der Schule drei Mal in den „English as a Second Language“ Kurs, unsere Klassengehilfin nahm mich oft für Englischnachhilfe auf die Seite und nach der Schule hatte ich jeden Tag 2 Stunden Englischunterricht. Dank des vielen Lernens konnte ich mich am Ende des Schuljahrs fließend auf English unterhalten. Ich musste die Klasse nicht wiederholen und durfte sogar in der 6. Klasse den Englischunterricht absetzen und Französisch lernen.

 

Erst durch meine neuen Sprachkenntnisse habe ich mit meinen Mitschülern spielen und sie besser kennenlernen können. Ich habe viel über die Kultur gelernt wie zum Beispiel, dass Kinder mittags sehr gerne Erdnussbutter und Marmeladen Sandwiches essen und, dass eines der Lieblingsspiele auf dem Pausenhof „Four Square“ war.

 

Eine neue Sprache zu lernen ist anstrengend und sehr Zeitaufwändig, aber es rentiert sich wirklich. Du kannst dich nicht nur mit deinen Mitmenschen unterhalten, du lernst durch die Sprache das Land viel besser kennen. Dir stehen viel mehr Optionen offen über Traditionen, Geschichte und Kultur zu lernen und hautnah zu erleben. Man findet Anschluss zu seinen Mitmenschen und fühlt sich nicht ausgeschlossen und einsam. Leider ist mein Französisch nicht ganz so fließend wie mein Englisch, aber während meines Urlaubs in Frankreich habe ich gemerkt, dass es praktisch ist nach dem Weg fragen zu können und zu verstehen ,was wirklich auf der Speisekarte steht.


Author: Stefanie Traurig, 2016.

Don't be shellfish...Share on Facebook0Tweet about this on Twitter0Print this page